Wie nach dem Wahlergebnis vor anderthalb Wochen befürchtet, ist eine Regierungsbildung in Griechenland gescheitert. Für den 17. Juni sind Neuwahlen angesetzt.

Die griechischen Linken, die lautstark gegen die aktuellen Sparverpflichtungen protestieren, bekommen mehr und mehr Zulauf. Egal welche Partei letztendlich regieren wird, es ist bereits jetzt abzusehen, dass Griechenland die auferlegten Sparmaßnahmen in der heutigen Form nicht fortführen wird.

Damit wird ein Austritt Griechenlands aus dem Euro wahrscheinlicher. Deutsche wie auch EU-Politiker haben immer wieder betont, dass es weitere Rettungsgelder nur geben wird, wenn die strikten Sparbemühungen eingehalten werden (siehe z.B. "Brandmauer besteht aus ESM und Fiskalvertrag").
Sollten die Politiker zu ihren Aussagen stehen, dürfte der Weg in die Pleite Griechenlands vorprogrammiert sein. Die Pleite hat höchstwahrscheinlich den Austritt aus dem Euro zur Folge.

Griechen stürmen Banken um Bargeld abzuheben

Heute wird aus Griechenland berichtet, dass die Bürger große Summe Bargeld von den Banken abheben. Entgegen früherer Aussagen erklären nun mehr und mehr Politiker, dass ein Austritt Griechenlands aus dem Euro zu verkraften wäre.  Es scheint der Anfang vom Euro-Ende für Griechenland zu sein.

Folgen

Nicht abzusehen sind die Folgen einer Griechenland-Pleite.  Auf der einen Seite ist jedem intelligenten Menschen schon seit Monaten klar, dass Griechenland de facto Pleite ist und die Bürger einen selbstzerstörenden Sparzwang auf Dauer nicht mitmachen werden.  Die Ratingagenturen haben dies längst aufgezeigt. Die Märkte sollten also weder überrascht sein, noch in Panik verfallen.  Auf der anderen Seite handeln die Märkte teils irrational. Von daher ist es nicht auszuschließen, dass es wieder zu einer negativen Kettenreaktion kommt, wie wir sie zu Zeiten der Bankenkrise 2008/2009 erlebt haben.

Dennoch: Ein Neuanfang für Griechenland ist eine Chance. Er gibt dem Land wieder mehr Spielraum und mittelfristig eine Aussicht auf positivere Entwicklung. Europa würde lernen wie ein Land den Euro verlassen kann und was es effektiv kostet.