Auch in der Sommerpause läuft der Krisen-Ticker weiter. Die Schlagzahl der Katastrophenmeldungen hat sich jedoch – sicher nicht zuletzt wegen der Sommerpause - etwas verringert.  Es gibt sogar Positives zu berichten (zumindest für alle, die der Dax –Entwicklung etwas abgewinnen können): Der Dax feierte sein Dreimonatshoch. Die heldenhaften Ankündigungen von EZB-Chef Mario Draghi und die gute Jobstatistik haben dazu geführt. Aber der Reihe nach:

Griechenlands Euro-Austritt in Sichtweite

Vor einigen Wochen durfte ein möglicher Austritt Griechenlands in der Politik nicht öffentlich erwähnt werden (siehe z.B.  Äußerung von Innenminister Hans-Peter Friedrich). Die letzten zwei Wochen gab es jedoch viele Äußerungen, die auf einen baldigen Austritt Griechenlands hinweisen:

  • FDP-Chef und Vizekanzler Rösler stellt wiederholt fest, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone seinen Schrecken verloren hat.
  • Fraktionsübergreifend ist zu hören, dass es keine Zustimmung für ein weiteres Hilfspaket Griechenlands geben wird.
  • Der IWF kündigt an, Griechenland-Hilfen stoppen zu wollen.

Das ist alles noch kein Garant für eine baldige Verabschiedung Griechenlands. Wenn es hart auf hart kommt, wird meist doch wieder Geld überwiesen oder von der EZB gedruckt.  Die Stimmung kippt jedoch merkbar. Griechenland kann seine Reformversprechen nicht einhalten.

Europäische Zentralbank (EZB) spielt den Helden

Es ist abzusehen, dass die Rettungsschirme für ganz  Europa nicht reichen werden. Wenn die Entwicklung in gewohnter Weise voranschreitet, wird Spanien in den nächsten Monaten viele, viele Milliarden benötigen. Es ist offensichtlich, dass ein insolventes Spanien, immerhin die viertgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum, den Euro in den Abgrund treiben wird.

Vor diesem Hintergrund hat sich der EZB-Chef Mario Draghi der fragwürdigen Äußerung unserer Kanzlerin angeschlossen: Der Euro darf, koste es was es wolle, nicht scheitern.  Dementsprechend werde er alles tun, um den Euro in seiner heutigen Form zu retten. Er kündigt an direkt Staatsanleihen der schwächelnden Staaten kaufen zu wollen.  Ein Mandat, welches die EZB nie erhalten hat. Sie wurde erschaffen um die Währungsstabilität, insbesondere niedrige Inflationsraten, sicherzustellen.  Durch Zinssenkungen in Kombination mit massiver Geldvermehrung tut sie genau das Gegenteil.

Vorwürfe auf Vormarsch, Wut auf Deutschland nimmt zu

Hat man hierzulande das Gefühl, Deutschland hat sich mit seinen Rettungsmilliarden und Hilfszusagen bereits übernommen, wird es im Ausland anders gesehen. Spaniens Europaminister schimpft über die zögerliche und skeptische Haltung Deutschlands. Man sollte sich an den zweiten Weltkrieg erinnern. Deutschland lag am Boden und viele Länder haben zu Deutschlands Gunsten auf viel  Geld verzichtet. Die griechische Regierung schlägt Alarm, das Geld gehe bald aus und hat zugleich einen Schuldigen ausgemacht: Premier Samaras - „Die Deutschen tun alles, damit wir scheitern.“

Zu guter Letzt …

… wollen wir zur Aufheiterung auf die bisher kürzeste und einfachste Erklärung zur Funktionsweise des Euro-Rettungsschirms hinweisen:   Wie funktioniert der Rettungsschirm?