Wie immer in geschichtlichen Wirtschaftskatastrophen hat auch diesmal die Obrigkeit auf höchster markroökonimischer Ebene - Währungen und Zinsen - in die Märkte eingegriffen, zu Beginn und beim Platzen der Bubbles.

Ein Beitrag von "freiwirtschaftler"  hat meines Erachtens aus Sicht historischer Ereignisse ein paar interessante Aspekte, mit seiner Haupt-Erkenntnis aber, dass  Zinsen und das falsch verteilte Kapital die Ursachen der immer wiederkehrenden Wirtschaftskatastrophen seien, liegt er meines Erachtens ebenso falsch wie viele andere Oekonomen, die meinen, die Ursachen in irgend welchen Symptomen zu erkennen.
Deshalb sind auch seine Begründungen und Lösungen meines Erachtens nicht wegweisend.

Um es gerade vorwegzunehmen, der Zins ist ein Marktelement wie jedes andere auch, entweder +/-"sündengeschwängert" wie alles andere auch oder eben "frei" ausgemarkt . Der Unterschied liegt  bei manipulierten Zinsen sowie manipulierten Währungen aber darin, dass sie viel grössere exponentielle Auswirkungen haben, weil sie auf ALLES verfälschenden Einfluss haben von der höchsten makrooekonomischen Ebene aus.

Wie immer in den geschichtlichen Wirtschaftskatastrophen hat auch dieses Mal die Obrigkeit auf dieser höchsten Ebene ganz gehörig eingegriffen in die Währungen in der Euro-Zone und global mit dem chinesischen Yuan. Mit der zunehmenden Globalisierung haben sich mit diesen künstlichen Eingriffen enorme Fehlentwicklungen ergeben, die jetzt mit weiteren manipulativen Engriffen in die ZINS - Märkte in eine neue wirtschaftliche Katastrophe führen. Es sind die Gleichen, die die Schäden angerichtet  haben, die sie jetzt versuchen zuzudecken und damit alles noch verschlimmern.

Die Ursachen waren immer die künstlichen Eingriffen, auch dieses Mal.

KERNFRAGE ist also.  WOHER HABEN SIE DAS RECHT UND DIE MACHT, DAS ZU TUN, UM ALL DEN MENSCHEN ZU SCHADEN?

Bei meinem Buch "der Markt ist tot, es lebe der Markt" habe ich mir zur Aufgabe gemacht, den Gründen nachzugehen, die immer zu diesen zerstörerischen wirtschaftlichen Ereignissen führen und bei aller Bescheidenheit auch den Schlüssel gefunden, solche Wiederholungen in Zukunft zu vermeiden.

Weniger Politik, weniger Monopole und mehr wirtschaftliche Freiheit

Dass die Politik eine weniger wichtige Rolle spielen sollte, stimme ich ihm allerdings mehr als nur zu. Übereinstimmung finde ich auch mit seiner Aussage, dass Politik sich praktisch nur mit Macht beschäftigt,  bei der Wirtschaft sehe ich das nur, wenn staatlich autorisierte Priviligierte mitspielen, differenziert sehe ich das, wenn der Markt frei wäre. Ein potenzieller Machtmissbraucher beim freien Zusammenkommen von einer freien Vielzahl von Anbietern und einer Vielzahl von Nachfragern hätte am Markt schlicht keine Chance oder müsste sich mit Preis, Qualität, Innovation anstrengen, wie alle andern auch, die gleich lange Spiesse haben. Marktmissbraucher sind nur möglich entweder mit staatlicher Autorisierung oder mit privaten Monopolen.

Monopole müssten im Interesse der Freiheit verboten werden, bei einem nachhaltig freien Zeitgeist hätte die Versuchung zur privaten Monopolbildung wahrscheinlich auch keine Chance, ähnlich wie auch Zentralbanken in einem freiheitlichen Umfeld,  es sich nicht leisten könnten, sich all zu weit vom gefährlichen Ungleichgewicht Güter/Geldmenge zu entfernen. Sie müssten auch nicht, weil der Unterbau in der Wirtschaftsstruktur ohnehin gesund wäre.

Falsch liegt er mit seinem Lösungsvorschlag, dass er  just von der von ihm vorher auch kritisierten Politik und deren Macht in Zukunft erneut verlangt, wie sie die Leute von unberechtigen Zwängen befreien sollte - ein Widerspruch, der in ferner Zukunft wieder in die nächste Katastrophe führen würde.

Die vom Autor "freiwirtschaftler" vielzitierten Zinsen werden dann nicht der Grund für das Elend gewesen sein, sondern die Folge aller vorangegangen Sünden - all die +/- Marktmanipulationen - die  zu gigantischem Fehlverhalten herangewachsen sein werden, so wie wir das gerade jetzt in der Euro-Zone und global live miterleben.

Markus Ehrler